Mai 19 2009

Es ist und bleibt ein Dorfverein…

 Achtung Outing: Ich habe mal meine Diplomarbeit zum Thema Identifikationsstrukturen von Fußballfans geschrieben.

Das Arminia es immer wieder schafft ebendiese Identifikation mit dem Verein auf die Probe zu stellen, sind wir ja alle gewohnt. Dieses Mal treiben die Eskapaden der Führungsriege allerdings Blüten, von nie da gewesener, surrealer Form und Farbe, mit deren Entdeckung sich jeder Biologe ewigen Ruhm im Biologenwalhalla sichern könnte.

Ich möchte ja, meinen Verein betreffend, immer alle Entscheidungen wohlwollend sehen. Allerdings wird mein Wohlwollen in der momentanen Phase dermaßen auf die Probe gestellt, dass mein tägliches Leben  (wir wollen mal nicht zu pathetisch werden) meine tägliche Laune von Arminia deutlich zum negativen beeinflusst wird. Versaute Samstage sind eine (leider gewohnte) Sache, dass ich allerdings Dienstags noch mit meinem Herzensverein und den Menschen darin und drumherum hadere, dass ist neu lange nicht da gewesen.

Was fällt bitte einer Vereinsführung ein (Hallo!? Die machen das hauptberuflich!), nach dem 33. Spieltag zu bemerken, dass wir zu wenig Punkte haben. “Die Entscheidung ist gefallen, weil wir zu wenig Punkte haben” (Detlev Dammeier, auf nw-news.de) Das hat selbst meine Mutter schon nach dem 20. Bundesligaspieltag bemerkt. Warum passiert so was immer bei Arminia? Es muss doch gute Gründe haben, warum noch nie ein Bundesligatrainer vor dem letzten Spieltag gefeuert wurde! Wieso werden die eh schon ständig gebeutelten Arminia-Fans immer wieder daran erinnert, dass sie Anhänger eines semi-professionellen Dorfvereins sind?Arminen sind ein leidgeprüftes, aber dennoch witziges Völkchen. Sarkasmus und Ironie gehören zu unseren Muttersprachen. Ein Abstieg ist zwar äußerst ärgerlich, aber das kennen wir und wissen auch, dass es wieder vorkommt. Man kann was ab, wie es so schön westfälisch heißt. Es sollte allerdings hart und ehrlich gearbeitet werden!

Das grenzenlose Unvermögen, mit dem momentan in den letzten Jahren unser Club geführt wird, treibt mir allerdings die Zornesröte ins Gesicht. Fußballanhänger, bzw. -fan zu sein ist eine hochemotionale Angelegenheit und diese Emotionen so kaltschnäuzig mit Füßen zu treten ist unverantwortlich. 

Ich habe bis jetzt nie ein wirkliches Identifikationsproblem mit der Arminia gehabt, seit Samstag Abend muss ich sagen, “Bravo Herr Kentsch!”, nicht nur die Trainerentlassung am vorletzten Spieltag war ein Novum! 

Mir ist vollkommen klar, das ich die Sache hochemotional sehe und ich lasse auch viele andere Meinungen zu. Ich bin trotzdem überzeugt, dass ich mit der Grundaussage dieses Artikels eine Problematik anspreche und eine Meinung vertrete, die ich nicht exklusiv habe. 

Okay, nun habe ich meine private Selbstdarstellungsplattform mal wieder zum eigentlichen Zweck benutzt! Puuh, vorher echt lange nichts verfasst, ich gelobe Besserung. Ich berichte dann nächste Woche von der Bergerschen Rettung und wie toll die Arminia doch ist ;)

Bis dahin muss der Glaube einfach Berger versetzen… (Danke @gibraltarjunge)

2 Kommentare

  • By dennis, 19. Mai 2009 @ 12:31

    So sehr ich Euch Arminen auch die Daumen drücke, dass Ihr drin bleibt in Liga 1, es ist leider echt unwahrscheinlich.

    Was mich fasziniert (und was Du ganz richtig ansprichst) ist die Frage, warum an den 33 Spieltagen vorher niemand was merkt bzw. zugibt.

    Es soll sich wohl bewahrheiten, dass die Clubs mit dem kleinsten Etat absteigen. Vielleicht hätte die Arminia besser in Spieler als in Vorstandsgehälter investiert? Wer weiß…

  • By Hippo (Thomas), 16. Juni 2009 @ 10:03

    Hallo Oliver, finde auf der Seite grad keine Mailadresse und schicke auf diesem Weg herzliche Grüße nach Bremen. Freue mich (nachdem wir uns in BI vor dem Bayern-Spiel ja mal übern Weg gelaufen sind), dich jetzt auch im Netz aufgestöbert zu haben. Wusste gar nicht, daß du deine Dipl-Arbeit über Arminia geschrieben hast.

    Bin übrigens über deinen Twitter-Eintrag
    http://twitter.com/tohuwabouwer/statuses/2189250846
    auf deine Seite aufmerksam geworden und sehe das ähnlich wie du. S-W-B Grüße vom Ex-‘Kollegen’.

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